Analfistel – Behandlung und Symptome

Die Analfistel ist eine ernstzunehmende Erkrankung und recht tückisch, da stärkere Beschwerden erst auftauchen, wenn die Fistel bereits weite Verzweigungen im Körper gebildet hat…
Analfistel Darmverschluss und Morbus Crohn - Darmerkrankungen Grafik

Typisch für eine Analfistel ist der kleine eitrige Ausgang im Bereich des Rectums. Da eine Fistel Gänge bildet, mündet der zweite Ausgang der Entzündung gewöhnlich direkt an einer Drüse des Darms. U. a. können Analfissuren, die nicht korrekt auskuriert wurden zu einer Fistelbildung führen.

Bevor eine Fistel entsteht ist bereits ein Abszess oder die eben genannte Fissur vorhanden. Der Patient verspürt in der Regel einen starken Druckschmerz, häufig tritt darüber hinaus Fieber auf, da der Körper gegen die Entzündung ankämpft.

In vielen Fällen öffnet sich der Abzess von selbst oder wird vom Arzt geöffnet, damit Sekret und Eiter abfließen können. Problematisch wird das Ganze aber, wenn der Entzündungsherd nicht korrekt ausgeräumt wurde.




Im Bereich der Drüsen kann die Entzündung immer weitere Gänge im Gewebe bilden, die teils sehr tief, bis hinter den Schließmuskel gelangen können. Je tiefer diese Gänge der Analfistel verlaufen, desto schwieriger ist die Behandlung und ebenso die Beurteilung des Ausmaßes der Erkrankung.

Ein weiteres Problem, im Gegensatz zu anderen Fistelausprägungen, ist die Beschaffenheit des Gewebes. Die Wände der entzündlichen Gänge werden mit Epithel (Drüsengewebe) und nicht mit Bindegewebe ausgekleidet.

Die Analfistel kann demnach selbst nach Abklingen der Entzündung nicht zusammenwachsen, sondern muss komplett ausgeräumt werden. Eine Operation ist ebenfalls nicht einfach, da die Fistelgänge sehr nah am Schließmuskel liegen. Bei einer Verletzung des Schließmuskels droht eine anale Inkontinenz.

Analfistel

Analfistel Schema

Bild von Armin Kübelböck

Symptome – Wie äußert sich die Analfistel

Die heftigsten Beschwerden verursacht in der Regel ein vorangehender Abszess. Eine eitrige Entzüngung am After. Die Analfistel selbst verursacht am Anfang keine Schmerzen. In diesem Zusammenhang hat sie Gemeinsamkeiten mit vergrößerten Hämorrhoiden.

Erst im fortgeschrittenen Hämorrhoiden Stadium werden die Beschwerden deutlich. Eine Fistel sondert gewöhnlich nach gewisser Zeit Eiter und Sekret ab.

Diese Absonderungen findet der Betroffene in der Unterwäsche und beim WC-Besuch auf dem Toilettensitz. Da die Fistel diverse Gänge mit Eiter in den tieferen Hautschichten führen kann, treten auch verhäuft Folgeentzündungen auf der Hautoberfläche auf.




Eine länger unbehandelte Erkraknung kann auch bluten oder zu Eiterbeimengungen im Stuhlgang führen. Eine Fistelblutung ist nicht zu unterschätzen, da durch das Gangsystem der Grund der Blutung schwierig zu finden und damit zu stillen ist. Eine sehr ausführliche und medizinischee Abhandlung über die Analfistel kann hier eingesehen werden.

 

Analfistel – Die verschiedenen Diagnosemöglichkeiten

Die Diagnoseverfahren zur Lokalisation der Analfistel sind vielfältig. Die primäre Untersuchung besteht aus optischer Sichtung und Abtastung der betroffenen Region. Diesbezüglich ist die erste Diagnose mit einer Untersuchung bei Hämorrhoiden identisch.

Das ganze Ausmaß der Analfistel kann mit diesen Methoden jedoch nicht festgestellt werden. Der Arzt findet gewöhnlich nur einen Ausgang der Fistel. Erst die Verabreichung eines Konstrastmittels und die Durchführung einer Kernspinresonanzspektroskopie geben Aufschluss über die Verzweigung der Analfistelgänge.

 

Analfistel – Behandlungsverfahren gegen die Fistel

Abszesse, die der Fistelbildung häufig vorangehen, werden chirurgisch geöffnet, ggf. ist auch eine Drainage nötig, damit aus der offenen Wunde das entzündliche Sekret ablaufen kann und somit eine Heilung des Gewebes beschleunigt wird.




Bei der Analfistelbehandlung unterscheidet man zwei Verfahren. Ideal ist die radikale Ausräumung des betroffenen Gewebes. Wenn die Gänge der Fistel jedoch zu Nahe am Schließmuskel verlaufen, ist eine Komplettoperation nur unter Gefährdungen der Kontinenz des Betroffenen möglich.

In diesem Fall wird gewöhnlich auf eine Fadendrainage zurückgegriffen. Dabei wird ein Faden durch den Gang der Fistel gezogen, der die Ableitung des Eiters ermöglicht.

 

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