Hämorrhoiden Ligatur – Operation mittels Gummiband

Hämorrhoiden GummibandligaturHämorrhoiden lassen sich auf verschiedenste Art und Weise behandeln. Wie letztendlich behandelt wird, hängt vor allem vom Schweregrad der Erkrankung ab. Hämorrhoiden werden in Grade (I bis IV) eingeteilt.

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Bei Hämorrhoiden ersten Grades werden üblicherweise konservative Methoden, wie z. B. eine Hämorrhoiden Salbe, Zäpfchen oder Analtampons verordnet.

Im fortgeschrittenen Stadium (Grade II, III und IV) verursachen die verdickten Gefäßpolster typische Hämorrhoiden Symptome (stärkere Blutungen, Prolaps) und müssen meist mit einem Eingriff beseitigt werden.

Die einfachste und am häufigsten durchgeführte Hämorrhoiden Behandlung ist die sogenannte Gummibandligatur, die ambulant durchgeführt wird. Der Eingriff dauert ca. 10 Minuten und ist in der Regel schmerzfrei.

Medikamente oder eine Narkose sind nicht notwendig. Ein weiterer Vorteil der Ligatur besteht darin, dass sich gleich mehrere Hämorrhoiden zeitgleich entfernen lassen.

 

Wie funktioniert eine Ligatur?

Die Ligatur ist ein sogenannter minimal invasiver Eingriff, d. h. die Behandlung erfolgt im Rahmen einer Enddarmspiegelung (Proktoskopie). Als erster Schritt wird der Enddarm per Einlauf oder Zäpfchen gereinigt.

Danach führt der ausführende Arzt einen kleinen Gummiring mithilfe eines Proktoskops in den Analkanal ein und stülpt ihn über die vergrößerte Hämorrhoide. Durch die Abschnürung wird der Hämorrhoidalknoten nicht mehr mit Blut versorgt und beginnt abzusterben.




Nach ein paar Tagen hat sich das Gewebe vollkommen gelöst und wird samt Gummiband – meist unbemerkt vom Patienten – mit dem Stuhl ausgeschieden. Bei manchen Patienten kommt es bei der Ausscheidung von Hämorrhoidalgewebe und Gummiring zu leichten Blutungen, die in der Regel aber rasch wieder aufhören.

Wichtig: Vor der Behandlung muss eine gründliche Untersuchung des Enddarms erfolgen, um andere Krankheiten, wie z. B. eine Analfissur oder eine Analfistel auszuschließen. Diese verursachen zwar ähnliche Symptome wie ein Hämorrhoidalleiden, erfordern aber eine völlig andere Behandlung.

 

Wann wird die Hämorrhoiden Ligatur durchgeführt?

Die Gummibandligatur kommt bei Hämorrhoiden zweiten und dritten Grades in Verbindung mit Blutungen und Prolaps zum Einsatz. Durchgeführt werden kann sie aber auch bei Patienten mit Hämorrhoiden vierten Grades, die aufgrund einer Erkankung nicht operationstauglich sind.

 

Wann darf keine Ligatur erfolgen?

Patienten, die unter einer Blutgerinnungsstörung leiden oder Medikamente zur Blutverdünnung nehmen, dürfen sich aufgrund des höheren Blutungsrisikos nicht einer Ligatur unterziehen. Für diese Patienten stehen andere Methoden zur Verfügung.




Weitere Kontraindikationen sind u. a. eine Schwangerschaft, die Stillzeit, eine akute Thrombose der Hämorrhoiden und chronische Darmerkrankungen. Übrigens: Personen, die eine Latex-Allergie haben, müssen nicht auf eine Ligatur verzichten. Sie bekommen – nach Absprache mit dem Arzt – einen Gummiring ohne Latex eingesetzt.

 

Wie hoch ist die Rückfallquote nach einer Gummibandligatur?

Die Rückfallquote ist nach einer Ligatur leider ziemlich hoch. Bei 30 bis 50 Prozent der Patienten treten innerhalb von fünf Jahren erneut Hämorrhoidalbeschwerden auf, die dann aber mittels Ligatur wieder entfernt werden können.

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Um ein Rediziv (ein Wiederauftreten) so schnell wie möglich zu erkennen, sollte etwa sechs Monate nach der Erstbehandlung und dann einmal im Jahr eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden.

 

Gibt es noch weitere Behandlungsmöglichkeiten bei einem Hämorrhoidalleiden?

Bei Hämorrhoiden ersten und zweiten Grades kommt in vielen Fällen eine Sklerosierung (Verödung) zum Einsatz. Bei der Sklerosierung gibt es zwei Verfahren: die Methode nach Blond und Hoff sowie die Methode nach Blanchard.

Im Prinzip sind beide Verfahren gleich und unterscheiden sich nur durch die verwendeten Verödungsmittel (Blond und Hoff: Zinkchlorid- oder Alkohollösung; Blanchard: Phenol).

Bei allen beiden Varianten wird über ein Proktoskop eine Spritze mit einer Verödungsflüssigkeit in den erkrankten Hämorrhoidalknoten eingebracht und injiziert. Die Sklerodierungsmittel verursachen eine Entzündungsreaktion mit anschließender Vernarbung und eine geringere Durchblutung des Hämorrhoidalknotens, weshalb dieser dann schrumpft.

Bei der Verödung können bis zu drei Knoten gleichzeitig entfernt werden. Für eine erfolgreiche Sklerosierung sind meist mehrere Sitzungen (drei bis fünf) erforderlich. Wie die Ligatur, ist auch die Verödung ein minimal invasiver Eingriff, der ambulant und in der Regel schmerzfrei durchgeführt werden kann. Eine weitere Gemeinsamkeit sind die Kontraindikationen.

Leider ist aber die Rückfallquote um einiges höher als bei der Ligatur. Innerhalb von drei Jahren erkranken etwa 70 Prozent der Patienten wieder an einem Hämorrhoidalleiden. Eine weitere Behandlung von Hämorrhoidalknoten ist ihre operative Entfernung. Es gibt mehrere Operationsmethoden, die sich deutlich voneinander unterscheiden.




Trotz der Unterschiede haben sie aber doch vieles gemeinsam: Bei den Operationen ist immer eine Narkose notwendig, die Hämorrhoidalknoten werden mithilfe eines Skalpells entfernt und es ist meist ein mehrtägiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.