Inkontinenz als Folge vergrößerter Hämorrhoiden


Eine nicht behandelte Hämorrhoidenerkrankung ist keineswegs ungefährlich. In fort- geschrittenem Stadium kann der Schließmuskel in Mitleidenschaft. Eine anale Inkontinenz droht…

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Inkontinenz

Inkontinenz durch Hämorrhoiden?

Stuhlspuren im Slip sollten Ernst genommen werden. Bei häufigerem Auftreten kann es sich z. B. um eine Hämorrhoidenerkrankung han- deln, die bereits eine teilweise Inkontinenz verursacht hat. Neben der Harninkontinenz gibt es nämlich auch die Form der Stuhl- inkontinenz welche wesentlich häufiger auftritt, als von den meisten Betroffenen mit Hämorrhoiden erwartet. Rund ein Fünftel aller Hämorridengepeinigten leiden an einer Schwäche des Schließmuskels und müssen auf Einlagen oder Inkontinenzslips zu- rückgreifen.

 

Inkontinenz – Schließmuskel in Mitleidenschaft gezogen

Neben den typischen Hämorrhoidensymptomen wie Nässen, Juckreiz und Blutungen können leider weitaus unangenehmere Krankheitsbilder auftreten. Ab einer bestimmten Vergrößerung dieser Gewebepolster ist die Funktion des Schließmuskels derartig beeinträchtigt, dass der Verschluss des Darmes nicht mehr zu 100 % gewährleistet ist. Die Hämorrhoiden dringen nach Außen und halten den Anus teilweise geöffnet. Der betroffene Patient wird inkontinent. Bereits im zweiten Stadium eines Hämorrhoidenleidens kann es hin und wieder zu Stuhlresten in der Wäsche kommen. Fachlich gibt es für Inkontinenz 6 verschiedene Ursachen. Wikipedia definiert die Gründe einer Stuhlinkontinenz wie folgt:

  • Gestörte Impulsverarbeitung
  • Pulsüberleitung ist dauerhaft unterbrochen
  • Sensorische Störung
  • Muskuläre Beeinträchtigung
  • Medikamentöse Ursachen
  • Psychisch und/oder psychiatrische Probleme

In Verbindung mit Hämorrhoiden spricht man von einer sensorischen Störung. Der Darm selbst ist ja nicht verantwortlich für die auftretende Inkontinenz, sondern das ungesunde Wachstum der Hämorrhoiden. Je größer die Gefäßpolster werden, desto stärker manifestiert sich die inkontinente Fehlfunktion des Schließmuskels. Der Grund dafür liegt darin, dass die Hämorrhoiden mit zunehmender Größe auch stärkere Entzündungsherde aufweisen. Die Entzündung wiederum führt zu einer gesteigerten Sekretbildung, wodurch mehr Stuhl aus dem ohnehin eingeschränkten Schließmuskel austreten kann.

Die Inkontinenz wird verstärkt! Wenn es erstmal so weit gekommen ist, dass inkontinente Symptome auftreten, ist es zu spät für eine Eigentherapie mit Hausmitteln oder frei erhältlichen Salben und Zäpfchen. Diese Mittel dienen allenfalls dazu Schmerzen zu lindern, nicht aber den Wachstumsprozess von Hämorrhoiden zu stoppen oder gar zu vermindern. Ein Arzt muss entscheiden welche Hämorrhoiden Behandlung, das unkontrollierte Wachstum der Gefäßpolster stoppt.

 

Kompletter Verlust der Kontinenz – Anale Inkontinenz

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Bei der vollständigen analen Inkontinenz verliert der Proband die komplette Kontrolle über seine Darmfunktion. Diese Fehlfunktion, bei dem völlig unbemerkt eine Darmentleerung stattfindet hat dabei andere Ursachen als eine Hämorridenerkrankung. Oft spielen sogar gleich mehrere Faktoren eine Rolle. Der Ausscheidungsprozess ist ein komplexes Konstrukt, bei dem diverse Funktionen ineinandergreifen. Muskel-, Nerven- oder psychische Fehlfunktionen können zu Inkontinenz führen.

 

Anale Inkontinenz – Therapiemöglichkeiten

Analog zu den vielfältigen Gründen einer Inkontinenz gibt es auch eine Menge möglicher Behandlungsoptionen. Bei schwächeren Formen reicht gewöhnlich schon eine Umstellung der Ernährung oder die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Schwerwiegendere Fälle können medikamentös oder operativ behandelt werden. Für weiterführende Informationen oder auch Hilfe für Betroffene empfehle ich die Webseite der deutschen Kontinenz Gesellschaft.