Sklerosierung – Verödung von Hämorrhoiden

Eine Sklerosierung oder auch Verödung, ist ein anerkanntes Behandlungsverfahren zur Therapie von symptomatischen Hämorrhoiden. Gewöhnlich wird die Sklerosierung bei Hämorrhoiden des 1. Grades angewendet.

Sklerosierung-Haemorrhoiden-Veroedung

Eigene Abb.: Sklerosierung (Verödung) von Hämorrhoiden

Vor der eigentlichen Verödung ist die sichere Diagnose durch proktoskopische Voruntersuchungen zu stellen. Blutungen und Schmerzempfinden in der Aftergegend können auch von diversen anderen Ursachen herrühren.

Gerade bei Patienten 50+ ist vor der Durchführung einer Sklerosierung auszuschließenen, dass Darmtumore oder Darmpolypen vorliegen. Die Verödung selbst ist ein einfaches und unproblematisches Verfahren, wird allerdings längst nicht bei jedem Hämorrhoidalleiden eingesetzt.




Während Hämorrhoiden im Anfangsstadium in der Regel mit Medikamenten und einer Umstellung der Lebensgewohnheiten therapiert werden, kommt bei etwas größeren Hämorrhoiden die Sklerosierung zum Einsatz. Bei stärker ausgebildeten Hämorrhoiden wird auf die Gummibandligatur gesetzt.

Im Endstadium dagegen hilft nur noch die operative Entfernung, die sog. Hämorrhoiden Operation (Hämorrhoidektomie). Ein Schema der empfohlenen Hämorrhoiden Therapiemaßnahmen, abhängig vom Schweregrad finden Sie im Abschnitt Hämorrhoiden Behandlung.

 

Vorgehensweise bei der Hämorrhoiden Sklerosierung

Zwei unterschiedliche Verfahren der Sklerosierung haben sich etabliert. Zum einen die Verödung nach Blond und Hoff und zum Anderen die Verödung nach Blanchard. Die äußere Herangehensweise ist bei beiden Verödungsbehandlungen identisch.

Über ein Proktoskop wird eine mit Sklerosierungsflüssigkeit gefüllte Tropfspritze zu den betroffenen Hämorrhoidalknoten gebracht und die Lösung injiziert.Bei Blond und Hoff wird in die Tela submucosa gespritzt. Bei diesem handelt es sich um ein Gewebe zwischen der Tunica mucosa und der Tunica muscularis. Sklerosierungsmittel ist in der Regel eine Alkohol- oder Zinkchloridlösung.

Bei Blanchard wird dagegen eine Phenollösung in umliegende Arterien injiziert. Der Einsatz von Phenol ist in Deutschland rechtlich nicht einwandfrei geklärt, daher wird vornehmlich die Sklerosierung nach Blond und Hoff vorgenommen.




Das Resultat ist bei beiden Verfahren ähnlich. Die injizierte Verödungssubstanz verursacht eine lokale Entzündung und damit eine Verringerung der Durchblutung und Zusammenziehen der lockeren Schleimhaut. Für einen erfolgreichen Abschluß der Sklerosierung sind in der Regel 3-5 Sitzungen erforderlich.

 

Wann darf eine Sklerosierung nicht erfolgen

Eine Sklerosierung sollte nicht bei Menschen durchgeführt, die unter chronischen Darmentzündungen leidet. Weiter ist eine Verödung nicht ratsam bei:

  • Stark überhöhtem Blutdruck
  • Menschen mit Neigung zu Thrombosen
  • Während der Schwangerschaft
  • Akuten Hämorrhoidalentzündungen

 

Komplikationen bei der Hämorrhoiden Sklerosierung

Eine Sklerosierung ist ein minimalinvasives Verfahren und stellt keine größeren Gesundheitsrisiken dar. Da es keine Nerven in der Mastdarmschleimhaut gibt, sind stärkere Schmerzen ebenfalls nicht zu erwarten.

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Gewöhnlich ist neben einem leichten Druckgefühl und minimalen Blutungen in betreffender Region kein weiteres Symptom zu erwarten. Die Komplikationsrate liegt lediglich bei 1 %. Vereinzelt möglich wären demnach stärkere Blutungen durch Arterienverletzungen oder Infektionen.

 

Rezidivquote bei einer Hämorrhoidenverödung

Die Sklerosierung von Hämorrhoiden bietet ein unkompliziertes und schonendes Verfahren. Leider ist die Rückfallquote überdurchschnittlich hoch. Rund 70 Prozent der Betroffenen erkrankt in einem Zeitraum von drei Jahren erneut an einem Hämorrhoidalleiden.




Um den Erfolg dieser Behandlungsmethode zu steigern ist eine Umstellung der Lebensgewohnheiten mit ausreichend Bewegung und ballaststoffreicher Ernährung also unumgänglich.

 
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