Äußere Hämorrhoiden – Unterschiede vom äußeren und inneren Hämorrhoidalleiden

Äußere Hämorrhoiden: schmerzhafte Gefäßverstopfung am After

Schmerzhafte Knötchen am After assoziieren viele Menschen sofort mit dem Alltagsleiden Hämorrhoiden. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch bei plötzlich auftretenden, sehr schmerzhaften Knoten in der Afterregion um Analthrombosen, im Volksmund auch äußere Hämorrhoiden genannt.

innere und äußere Hämorrhoiden
 

Äußere Hämorrhoiden oder Analthrombose

Eine Analthrombose oder Analvenenthrombose entsteht im feinen Venengeflecht der Analregion. Ähnlich wie bei einer Thrombose im Bein verhindert auch bei äußeren Hämorrhoiden ein Blutgerinnsel den Durchfluss in der Vene.

Durch die Verstopfung kann das Blut nicht mehr abfließen, es staut sich auf und schwillt zu einem Knoten an. Im Gegensatz zu einer Beinvenenthrombose sind äußere Hämorrhoiden jedoch relativ ungefährlich.

Schwerwiegende Komplikationen, etwa eine Lungenembolie oder ein Schlaganfall sind bei Analthrombosen nicht zu befürchten. Aber äußere Hämorrhoiden verursachen in den meisten Fällen erhebliche Schmerzen.




Typischerweise tauchen äußere Hämorrhoiden wie aus heiterem Himmel auf. Innerhalb weniger Minuten, höchstens Stunden, entstehen deutlich tastbare Verhärtungen außerhalb des Afters.

Die Größe der bläulichen Knoten ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von Stecknadelkopfgröße bis zur Größe einer Pflaume. Meist entsteht ein Knoten, in Einzelfällen können sich auch mehrere Knötchen rund um den Anus bilden.

 

Abgrenzung zu anderen Leiden im Analbereich

Die Region rund um den After ist eine sehr empfindliche Körperzone. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Beschwerden im Analbereich ein weitverbreitetes Leiden sind. Äußere Hämorrhoiden, manchmal unechte Hämorrhoiden genannt, zählen zu den schmerzhaftesten Beschwerden im Analbereich.

 

Innere Hämorrhoiden

Während äußere Hämorrhoiden blitzartig auftreten und von heftigen Schmerzen begleitet sind, entwickeln sich echte Hämorrhoiden langsam über einen langen Zeitraum hinweg.

Blut im Stuhl oder am Toilettenpapier ist ein erster Hinweis auf hämorrhoidale Probleme, lange bevor Veränderungen am After sichtbar werden. Äußere Hämorrhoiden sind sofort sichtbar und bluten selten.

Innere dagegen treten erst im fortgeschrittenen Stadium aus dem Analkanal nach außen, bluten schnell und bereiten meist erst im Endstadium ernsthafte Beschwerden.

 

Analekzem

Auch Analekzeme treten relativ häufig auf. Es handelt sich hierbei um eine oberflächliche Hautveränderung der gesamten Analregion. Äußere Hämorrhoiden betreffen meist ausschließlich den Knoten und die unmittelbare Umgebung der Verhärtung.

 

Analfissur

Eine Analfissur ist ein blutender Schleimhautriss am After. Dieser kann insbesondere beim Toilettengang sehr schmerzhaft sein und entzündet sich leicht.




 

Analabszesse und Analfisteln

Ein Abszess ist eine akute Entzündung mit Eiteransammlung. Im Fall des Analabszesses bildet sich die Entzündung in den Duftdrüsen des Analkanals.

Die schmerzhafte Schwellung ist oft gerötet und heiß. Manchmal entleert sich der Eiter spontan, in anderen Fällen muss der Abszess chirurgisch geöffnet werden.

Kann der Eiter nicht entweichen, besteht die Gefahr, dass sich eine Analfistel bildet. Fisteln sondern laufend Sekret ab, bluten manchmal und sind oft sehr schmerzhaft.

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Symptome von äußeren Hämorrhoiden

Hervorstechendstes Symptom äußerer Hämorrhoiden sind die plötzlich auftretenden, mittelstarken bis starken Schmerzen. Patienten beschreiben meist ein Stechen und Brennen in der Analregion, verbunden mit unangenehmen Spannungsgefühlen und Druckschmerzen.

Besonders stark sind die Schmerzen beim Toilettengang zu spüren. Aber auch das Gehen und Sitzen bereitet enorme Beschwerden. Hinzu kommt ein starker Juckreiz an den Knötchen.

Kratzen verschlimmert die Situation, da die ohnehin schmerzhafte Stelle zusätzlich gereizt wird. Blutungen sind dagegen keine typischen Anzeichen von äußeren Hämorrhoiden. Wenn jedoch im fortgeschrittenen Stadium das geschädigte Gewebe unter der andauernden Spannung reißt, kann es auch hier zu Blutungen kommen.

 

Ursachen von äußeren Hämorrhoiden

Äußere Hämorrhoiden treten zwar plötzlich zutage, häufig werden sie aber durch wiederkehrende Ereignisse verursacht oder zumindest begünstigt. Die beständige Reizung der Anusregion, etwa durch häufige Durchfälle oder Verstopfungen, kann äußere Hämorrhoiden hervorrufen.

Bei Frauen treten sie manchmal infolge einer Schwangerschaft oder Geburt auf. Ungewohnte körperliche Anstrengung, Kraftsport und Gewichtheben, all das kann den Beckenboden so stark belasten, dass ein Blutstau in den Analvenen entsteht.




Sogar leichter Sport, wie Radfahren oder Joggen oder auch langes Sitzen am Arbeitsplatz ist mitunter verantwortlich für die schmerzhaften Afterknoten.

Starker Druck oder Pressen beim Stuhlgang, beim Husten, beim Aufblasen eines Ballons oder dem Spielen von Blasinstrumenten führt leicht zu einer extremen Anspannung des Schließmuskels.

Das wiederum kann eine Analvenenthrombose hervorrufen. Auch die Umgebungstemperatur spielt eine große Rolle. Längeres Sitzen auf kalten, nassen Flächen kann sich auf die empfindliche Analregion ebenso nachteilig auswirken wie schwül-warmes Wetter. Häufig sind einer Analvenenthrombose Probleme mit echten Hämorrhoiden vorausgegangen.

 

Behandlung von äußeren Hämorrhoiden

Probleme unterhalb der Gürtellinie sind meist sehr schambehaftet. Dennoch sollten Betroffene bei Beschwerden immer zuerst ihren Hausarzt konsultieren, bevor sie zur Selbstbehandlung schreiten.

Obwohl äußere Hämorrhoiden selten gefährlich sind und auch in der Regel mithilfe von rezeptfreien Salben oder Zäpfchen innerhalb von ein bis zwei Wochen gut abheilen, kann es zu Komplikationen kommen, die eine ärztliche Versorgung oder sogar die operative Entfernung des Knotens erforderlich machen.

Die konservative Behandlung einer Analthrombose ähnelt sehr der Hämorrhoiden Behandlung. Bei beiden Krankheitsbildern kommen entzündungshemmende Präparate und örtliche Betäubungsmittel, die den Juckreiz mildern, zum Einsatz.

 

Hausmittel und Heilkräuter

Begleitend zur ärztlichen Therapie können Betroffene ihre Beschwerden mithilfe von Hausmitteln und Heilpflanzen lindern. An erster Stelle steht die Kühlung der Entzündung.

Ein Kühlpad verschafft der entzündeten Stelle sofort Erleichterung, der Schmerz lässt merklich nach. Sitzbäder mit Eichenrinde und Kamille fördern die Wundheilung und dämmen die Entzündung ein, Hamamelis wirkt zusätzlich blutstillend.

Rosskastanie und Mäusedorn bekämpfen Schwellungen und stärken die Venen. Alternativ können Betroffene Fertigmischungen für Sitzbäder verwenden. Aber Vorsicht vor zu heißem Wasser.

Hitze weitet die Adern, sodass noch mehr Blut in die geschädigte Region gelangt. Deshalb sollte die Wassertemperatur 37 °C nicht übersteigen. Anschließend versorgt eine fettreiche Creme die gereizte Stelle mit Feuchtigkeit und hält die Haut elastisch.




Eine gründliche und sanfte Analhygiene sollte nicht nur im Krankheitsfall selbstverständlich sein. Nicht zu festes Abwischen und die zusätzliche Reinigung mit lauwarmem Wasser schont die entzündete Region.

Auf Seife sollte ebenso verzichtet werden wie auf feuchtes Toilettenpapier. Beide Produkte reizen die Haut unnötig und verzögern die Wundheilung.

 

Vorbeugung

Verhindern lassen sich äußere Hämorrhoiden kaum. Allerdings reduzieren eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und viel Bewegung das Risiko, verstopfter Analvenen. Außerdem sollten insbesondere Kraftsportler auf ein übertriebenes Training verzichten.